MPU-Alphabet: Das Wichtigste von A bis Z

MPU Fragen

Im MPU-Dschungel gibt es eine Menge Fachbegriffe und Abkürzungen

Wer das erste Mal zur MPU muss hat viele Fragen. Deshalb haben wir hier für Sie alle wichtigen Worte rund um die Medizinisch-Psychologische Untersuchung zusammengestellt:

AAK

Abkürzung für Atemalkoholkonzentration.

Abstinenz

Das Wort Abstinenz leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet wörtlich ’sich fernhalten‘ bzw. ’sich enthalten‘. Im Zusammenhang mit einer MPU ist meist die Alkohol- oder Drogenabstinenz gemeint: Das heißt, dass man für einen bestimmten Zeitraum strikt die Finger von Alkohol und Drogen lässt.

Abstinenznachweis

Wenn Sie Ihre Enthaltsamkeit von Alkohol oder Drogen belegen wollen, benötigen Sie einen entsprechendes schriftliches Dokument als Nachweis, der von der MPU-Prüfstelle auch anerkannt wird. Diesen erhalten Sie bei speziellen Laboren, bei denen Sie über einen gewissen Zeitraum Haar- oder Urinproben abgeben. Gewöhnlich bieten alle Begutachtungsstellen ein Abstinenzkontrollprogramm an, aber auch freie Labore wie z.B. das der Uniklinik Kiel.

Abstinenzkontrollprogramm

Ein solches Programm läuft über den festen Zeitraum von 6 oder 12 Monaten. Bei einem Urinscreening werden Sie im festgelegten Zeitraum nach Zufall ins Labor bestellt. Sie müssen dann innerhalb von 24h dort erscheinen und Urin abgeben. Wählen Sie Haarproben als Nachweis, können Sie die Termine dagegen deutlich besser planen. Voraussetzung ist hierfür ist aber, dass Ihre Haare ungefärbt und mindestens 3cm lang sind.

Akteneinsicht

Jeder hat das Recht bei seiner Führerscheinstelle die Führerscheinakte einzusehen: Einfach dort anrufen und einen Termin vereinbaren! Im Vorfeld der MPU ist das äußerst empfehlenswert. Denn ist die Akte veraltet und sind längst vergangene Delikte nicht aussortiert, könnte Ihnen das in der MPU unnötig auf die Füße fallen.

Alkohol

Etwa jeder fünfte Unfall bei uns in Schleswig-Holstein geht auf Alkohol oder Drogen zurück. Und jeder Unfall ist einer zu viel. Deshalb besser nach dem Trinken das Auto stehen lassen und das Taxi nehmen: Das schützt nicht nur Ihre Gesundheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer, sondern schont auch Ihren Geldbeutel.

BAK

Abkürzung für Blutalkoholkonzentration.

BASt

Abkürzung für Bundesanstalt für Straßenwesen. Auf der Webseite der BASt finden Sie übrigens viele weitere nützliche Infos rund um die MPU. Auch zu Ihren Fragen rund das Thema Straßen- und Brückenbau, Fahrzeugtechnik etc. lesen Sie mehr.

BfF

BfF ist die Abkürzung für Begutachtungsstelle für Fahreignung. Damit sind alle offiziell zugelassenen Anbieter gemeint, bei denen Sie Ihre MPU ablegen können. Die BASt zertifiziert die MPU-Prüfstellen bundesweit. In Schleswig-Holstein gibt es aktuell folgende MPU-Prüfstellen: Je zwei in Kiel und Lübeck, sowie jeweils eine in Pinneberg und Husum.

CTU

Abkürzung für Chemisch Toxikologische Untersuchung

Drogen

Unterschieden wird in der Regel nach sogenannten harten Drogen (z.B. Heroin, Kokain) und weichen Drogen (z.B. Cannabis). Nicht immer muss ein „bekiffter“ Fahrer gleich zur MPU, hart bestraft wird selbst der geringste Nachweis von Drogen am Steuer trotzdem: Mit mindestens 500 Euro Bußgeld, 2 Flensburg-Punkten und einem Monat Fahrverbot.

FES

Abkürzung für Fahreignungsseminar. Das FES besteht aus je zwei Sitzungen bei einem Verkehrspsychologen und einem Fahrlehrer. Der Mix aus pädagogischer und psychologischer Schulung gibt Verkehrssündern die Chance, ihr Verhalten im Straßenverkehr zu reflektieren und zu ändern. Nach erfolgreicher Teilnahme wird ein Punkt vom Punktekonto abgezogen. Dies ist allerdings nur alle fünf Jahre und nur bei einem Punktestand von bis zu 5 Punkten möglich.

FAER

Kurz für Fahreignungsregister: Es ist Teil des Kraftfahrt Bundesamtes in Flensburg. Dort werden alle Meldungen der bundesweiten Fahrerlaubnisbehörden erfasst: Ob Eintrag ins Punkteregister, Fahrverbot, Entzug der Fahrerlaubnis oder Gerichtsurteil nach einem strafbaren Verkehrsdelikt… in der Flensburger Kartei fließt alles zusammen. Verzeichnet werden fast alle Ordnungswidrigkeiten und Verstöße. Ausgenommen solche, die nicht direkt die Verkehrssicherheit gefährdet haben.

Fahrerlaubnis

Vorsicht Verwechslungsgefahr: Nur, weil Sie den Führerschein abgeben müssen, bedeutet das nicht, dass Sie auch Ihre Fahrerlaubnis verlieren. Die Fahrerlaubnis kann je nach Delikt entweder vorübergehend ausgesetzt werden (als Fahrverbot) oder komplett entzogen werden. Ist letzteres der Fall, wird Ihnen in der Regel eine Sperrfrist auferlegt und Sie müssen den Führerschein komplett neu beantragen. Je nach Fall müssen Sie dabei auch ein positives MPU-Gutachten vorweisen.

FeV

Abkürzung für Fahrerlaubnis-Verordnung. Diese enthält neben allgemeinen Regelungen zur Teilnahme am Straßenverkehr auch die Regelungen, nach denen Führerscheine ausgestellt oder Punkte in Flensburg vergeben werden. Außerdem sind sämtliche Verstöße gegen die Verkehrsregeln und deren Bußgeldhöhe aufgelistet. Außerdem wird in der FeV festgehalten, welche Anbieter die MPU durchführen dürfen.

Fragen in der MPU

Die wohl meistgestellte Frage überhaupt ist: Was fragt mich der Gutachter? Doch anders als von vielen vermutet, gibt es keinen festgelegten Fragenkatalog in der MPU. Der Gutachter sichtet vor dem psychologischen Gespräch einmal ausführlich Ihre Führerscheinakte und richtet seine Fragen ganz nach Ihrem individuellen Fall aus. Zudem hat auch jeder Gutachter seinen eigenen Gesprächsstil. Trotz allem gibt es Klassiker unter der MPU-Fragen, die wir in unserem Kapitel „Wie läuft die MPU ab?“ für Sie zusammengestellt haben.

Führerschein

Einfach gesagt ist der Führerschein ein amtliches Dokument: Er weist nach, dass Sie berechtigt sind eine bestimmte Auswahl an Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen zu führen. Die Fahrzeuge werden dazu in spezielle Klassen eingeteilt. Bei uns in Deutschland gibt es den Führerschein seit fast 130 Jahren. Die letzte Neuregelung gab es im Januar 2013: Seitdem gilt nach neuem Recht das einheitliche Scheckkartenformat für Führerscheine in der EU.

Führerscheinakte

Wichtig: Verwechseln Sie bitte nicht Ihre Führerscheinakte mit Ihren Einträgen im Flensburger Register. In Flensburg liegt Ihr Punktekonto – die Akte hingegen bei Ihrer örtlichen Führerscheinstelle. Dort sind neben Ihren Punkten auch weitere Verstöße, Anmerkungen und Informationen drin. Deshalb nutzt die MPU-Prüfstelle Ihre Akte als Grundlage für Ihre MPU.

Führerscheinstelle

Zuständig in allen Angelegenheiten rund um Ihre Fahrerlaubnis ist immer die Behörde in Ihrer kreisfreien Stadt bzw. in Ihrem Landkreis. In Kiel ist das z.B. die Fahrerlaubnisbehörde in der Saarbrücker Straße 147. In Neumünster finden Sie Ihren Ansprechpartner in der Plöner Straße 27.

Gutachter

Am psychologischen Gutachter kommt in der MPU niemand vorbei: Hierbei handelt es sich um einen extra geschulten Verkehrspsychologen, der sich einen Eindruck von MPU-Kandidaten macht und daraufhin eine Prognose verfasst. Um Neutralität gewährleisten zu können, dürfen Gutachter übrigens nicht gleichzeitig Vorbereiter sein. Die Psychologen müssen sich also für eine Seite des Schreibtisches entscheiden!

Haaranalyse

Um eine Drogen- oder Alkoholabstinenz nachweisen zu können, können MPU-Kandidaten eine Haaranalyse machen lassen. Anders als beim Urintest können die Termine für die Haartests fest geplant werden. Daher eignet sich die Haaranalyse vor allem für Menschen, die öfters beruflich unterwegs sind oder lange in den Urlaub fahren. An jedem Zentimeter Haar kann das Labor den möglichen Alkohol- oder Drogenkonsum für den Zeitraum von einem Monat nachweisen, bzw. die Abstinenz bestätigen.

Idiotentest

Saloppe  und abfällige Bezeichnung für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, die aber noch immer oft verwendet wird (in Bayern auch „Depperltest“). Tatsächlich werden bei der MPU aber keine „Idioten“ getestet… und um Intelligenz geht es bei der Prüfung auch nicht: Es werden Reaktionsfähigkeit, sowie körperliche und mentale Verfassung  der Kandidaten untersucht. Und sämtliche Gerüchte (z.B. dass Kandidaten in der MPU Kugeln stapeln sollen) gehören ebenfalls ins Reich der Legenden!

KBA

Abkürzung für Kraftfahrt Bundesamt, die oberste deutsche Behörde für den Straßenverkehr. Im KBA werden alle zugelassenen Fahrzeuge samt Kennzeichen gespeichert und sämtliche ausgestellten Führerscheine erfasst. Es werden viele Statistiken rund um Fahrzeuge und Straßenverkehr erstellt und ausgewertet, um unsere Straßen sicherer zu machen. Zudem befindet sich im KBA das Flensburger Punktekonto (Fahreignungsregister). Unter dem Motto „Wir punkten mit Verkehrssicherheit“ finden Sie auf der Homepage des KBA u.a. den kompletten Bußgeldkatalog.

Kontrolliertes Trinken

Kontrolliertes Trinken ist eine von zwei möglichen Strategien, um nach einer Alkoholauffälligkeit durch die MPU zu kommen: Im Gegensatz zum absoluten Verzicht (Abstinenz) erlaubt sich der Kandidat beim kontrollierten Trinken ab und an noch eine kleine Menge Alkohol. Etwa ein Glas Bier oder Wein pro Monat sind erlaubt. Betroffene sollten am Besten mit ihrem MPU-Berater besprechen, welche Regelung für sie – je nach persönlicher Vorgeschichte – die sinnvollste ist.

Leberwerte

Wer zwecks Alkoholauffälligkeit zur MPU muss, darf damit rechnen, dass seine Leberwerte durch Blutabnahme überprüft werden. Früher war es deshalb üblich, im Vorfeld der MPU regelmäßig Leberwerte zu sammeln und damit die Abstinenz nachzuweisen. Heute verlangen die Prüfstellen allerdings Urin- oder Haarproben. Daher ist Leberwerte sammeln nur noch eine reine Fleißaufgabe und kostet bloß unnötig Geld.

Punkte

Wer sich nicht an die Regeln der Straßenverkehrsordnung hält, muss mit Bußgeldern, Fahrverboten und Punkten rechnen. In extremen Fällen sogar mit einer Freiheitsstrafe. Je nach Schwere des Delikts werden im Flensburger Fahreignungsregister zwischen 1 und 3 Punkte eingetragen. Beim Erreichen von 8 Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen. Haben Sie weiterführende Fragen zum Thema lesen Sie hier mehr auf unserer Webseite!

Punkteabbau

Nach neuestem Gesetz darf man alle fünf Jahre 1 Punkt in Flensburg abbauen. Einzige Voraussetzung: Man hat nicht schon mehr als 5 Punkte gesammelt. Konkret bedeutet Punkteabbau, dass Sie an einem Fahreignungsseminar (FES) teilnehmen und je zwei Sitzungen bei einem Fahrschullehrer und einem Verkehrspsychologen absolvieren. Da Sie sich dadurch intensiv mit Ihrem Fahrverhalten auseinandersetzen, „belohnt“ Flensburg diese Bemühung mit Punkte-Abzug.

Punktnüchternheit

Ist nicht zu verwechseln mit Abstinenz: Hier geht es darum, dass Sie in speziellen Situationen bewusst auf Alkohol verzichten. Zum Beispiel in der Schwangerschaft, auf der Arbeit oder natürlich auch, wenn Sie noch zeitnah Autofahren wollen.

Reaktionstest

Bei der MPU werden unter anderem Auffassungsgabe und Reflexe im Straßenverkehr getestet, denn im Zweifelsfall muss schnell reagiert werden. Anders als im psychologischen Gespräch geht es bei diesem Teil der MPU nicht um Fragen und Antworten. Hier geht es darum herauszufinden, ob Sie rein körperlich in der Lage sind, ein Fahrzeug zu führen: Sie werden vor einem Computer sitzen und müssen z.B. beim Erscheinen verschiedener Farben oder beim Hören von Tönen bestimmte Tasten drücken. Auch Fotos mit Verkehrssituationen werden Ihnen gezeigt. Diese dürfen Sie nur kurz sehen und müssen sie korrekt beurteilen.

Screening

Das englische Wort ‚to screen‘ bedeutet ‚überprüfen‘, ‚filtern‘ oder auch ‚aussieben‘. Der Begriff Screening wird daher in Zusammenhang mit Drogen und Abstinenznachweisen genannt: Labore untersuchen Haare oder Urin der MPU-Kandidaten und filtern quasi die verbliebenen Drogensubstanzen heraus. Allen Drogenscreenings ist gemein, dass sie nur von zertifizierten Laboren anerkannt werden. Außerdem müssen die Proben unter Sichtkontrolle abgegeben werden, um Manipulation auszuschließen.

Sperrfrist

Die Sperrfrist dauert zwischen sechs Monaten und fünf Jahren: Diese Zeitspanne müssen Betroffene, die die Fahrerlaubnis verloren haben,  abwarten und ohne Führerschein leben. Drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist darf der Führerschein neu beantragt werden. Die individuelle Länge der Sperrfrist legen übrigens die für Ihren Fall zuständigen Richter fest. Ebenso entscheiden diese, ob eine Sperrfrist unter bestimmten Umständen verkürzt wird (z.B. nach Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Schulung).

Tilgungsfrist

Punkte in Flensburg verfallen nach bestimmter Zeit und werden aus dem Fahreignungsregister ausgetragen. Grob vereinfacht lässt sich sagen: 1-Punkt-Delikte sind nach 2,5 Jahren getilgt, 2-Punkte-Delikte nach 5 Jahren. Besonders schwere Verkehrssünden mit 3 Punkten streicht Flensburg erst nach 10 Jahren aus dem Register. Dabei beginnt die Tilgungsfrist immer mit dem Tag, ab dem der Eintrag in Flensburg auch rechtsgültig ist.

Urinprobe

Wer kaum die Stadt verlässt und nicht oft aus Schleswig-Holstein rauskommt, für den ist die Urinprobe als Nachweis für Drogen- oder Alkoholabstinenz eine gute Wahl. Denn hier müssen sich die MPU-Kandidaten stets bereithalten: Die Kontrollen erfolgen nach dem Zufallsprinzip, da Alkohol und Drogen im Urin nur kurzfristig nachgewiesen werden können. Erscheint der Betroffene nicht innerhalb von 24 Stunden im Labor um seinen Urin abzugeben, ist der gesamte Abstinenznachweis futsch. Er muss von vorne beginnen.

Verkehrspsychologe

Begriffe wie „MPU-Coach“ sind nicht geschützt und im Grunde kann sich jeder so nennen. Wer seine MPU-Vorbereitung bei einem seriösen Profi absolvieren möchte, sollte deshalb darauf achten, dass ihn ein zertifizierter Verkehrspsychologe berät. Dieser besitzt neben einem Hochschulabschluss in Psychologie auch eine zweijährige verkehrspsychologische Zusatzausbildung. Diese befähigt ihn dazu als MPU-Gutachter oder MPU-Vorbereiter zu arbeiten.

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