Trinken, Feiern, Fahren, Sex: Unser kleiner Karnevals-Knigge

Viele Küstenbewohner freuen sich auf die wilden Tage der fünften Jahreszeit! Grund genug mal zu sehen, wie wir alle gut durch das bunte Treiben kommen, ohne uns unnötigen Ärger einzufangen…

Trinken und Fahren

Feiern ohne Reue… das sollte jeder, der sich gerne ins bunte Treiben schmeißt! Wer allerdings Bußgeldzettel, Fahrverbot und MPU vermeiden möchte, sollte Auto und Fahrrad besser stehen lassen. Schon ab 0,3 Promille kann die Behörde unsere Fahrerlaubnis kassieren, wenn wir einen Unfall bauen. Und dieser Wert ist schnell erreicht, nämlich schon mit einem Bier. Und auch wenn Sie niemanden schaden: Ab 0,5 Promille ist der Führerschein für einen Monat weg. Ab 1,1 Promille sieht man den Führerschein bis zum Karneval im nächsten Jahr nicht mehr. Dann wird er für mindestens ein Jahr einkassiert und die Behörden schicken Sie zur MPU. Dasselbe gilt, wenn Sie mit mehr als 1,6 Promille auf dem Drahtesel erwischt werden.

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Trinken und Fahren? Gerne… aber bitte nur als Fahrgast mit Bus oder Taxi!

Trinken und Taumeln

Doch wer meint, dass zu Fuß kein Ärger droht, liegt auch nicht ganz richtig! Was viele gar nicht wissen: Auch als betrunkener Fußgänger riskiert man einen Akteneintrag. Hier greifen zwar keine Promille-Regeln wie beim Rad- und Autofahren, aber trotzdem können Sie haftbar gemacht werden. Zum Beispiel, wenn Sie in Trunkenheit einen Unfall verursachen. Und wird im Zuge einer Auffälligkeit oder einem Unfall eine Alkoholabhängigkeit festgestellt, kann das den Entzug der Fahrerlaubnis bedeuten. Zu Fuß nach Hause torkeln ist also auch nicht die beste Idee…

Verkleidet am Steuer

Darf ich mich als Batman ans Steuer setzen und dabei meine Maske tragen? Prinzipiell lautet die Antwort auf solche Fragen JA! Ob Mickey Mouse, Superman oder Cowboy: Sie dürfen sich kostümiert und geschminkt hinters Steuer setzen. Allerdings darf Ihr Kostüm die Verkehrssicherheit nicht gefährden. Eine Maske, die Ihre Sicht behindert oder einen Anzug, der Sie in Ihrer Bewegungsfreiheit einschränkt, dürfen Sie also nicht tragen. Von der Spiderman-Vollverkleidung, die vielleicht Gehör und Blickfeld gleichzeitig beeinträchtigt, raten wir also dringend ab! Auch wenn Sie mit Froschfüßen oder sonstigen lustigen Fußbekleidungen vom Pedal abrutschen – und somit auf Grund von ungeeignetem Schuhwerk einen Unfall bauen – droht extra Ärger.

Musik im Auto

Sie dürfen im Auto jede Musik hören, die Sie möchten. Falls die Schlagermusik allerdings zu heftig aus den Lautsprechern dröhnt und dies Ihr Gehör beeinträchtigt, kann Ihnen die Polizei ein Bußgeld von 10 Euro aufdrücken. Beschallen Sie mit Lautsprecher sogar eine ganze Straße und führt das zu Ablenkung und Belästigung, sind 25 Euro Bußgeld fällig.

Sex im Auto

Zum Karneval kann es heiß hergehen, da kommen sich die Feiernden schnell näher. Klassischer Rückzugsort ist oft das Auto… aber was passiert eigentlich, wenn Sie jemand beim Sex im Auto erwischt? Auch hier gibt es kein grundsätzliches Verbot. Ärger gibt es nur, wenn sich Unbeteiligte dadurch gestört fühlen. Sie sollten Ihr Liebesnest also in jedem Falle ein gutes Stück abseits des Karnevaltrubels parken.

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Fallen Sie mit Drogen auf, wird die Führerscheinstelle in jedem Fall informiert

Kiffen zum Karneval

Karnevalsdelikt ist nicht gleich Kavaliersdelikt! Viele Leute unterschätzen noch immer die negativen Konsequenzen des Drogenkonsums. Natürlich ist Autofahren nach dem Drogenkonsum absolutes Tabu. Aber wie ist es eigentlich, wenn Sie zu Fuß unterwegs sind und kurz vorher einen Joint geraucht haben? Solange Sie sich komplett unauffällig verhalten, darf die Polizei Sie nicht kontrollieren. Fallen Sie allerdings irgendwie auf oder verhalten sich verdächtig, dürfen Beamte einen Drogentest durchführen. Haben Sie illegale Substanzen dabei, wird dies der Fahrerlaubnisbehörde mitgeteilt und Ihre Fahrerlaubnis ist in akuter Gefahr. Einzig beim Erstdelikt – wenn Sie mit minimalen Mengen Cannabis erwischt werden – kommen Sie noch ohne führerscheinrechtliche Konsequenzen davon. Im Normalfall wird aber jeglicher Drogenkonsum oder -besitz an die Fahrerlaubnisbehörde gemeldet. Und das unabhängig davon ob Sie ein Kraftfahrzeug führen, mit dem Rad unterwegs sind, nur Beifahrer sind, mit dem Bus, Taxi oder zu Fuß unterwegs. Deshalb besser Finger weg von sämtlichen Rauschmitteln, wenn Ihnen Ihr Führerschein heilig ist!

Kontrollen im Karneval

Generell gilt: Verhalten Sie sich ruhig und kooperativ, wenn Polizisten Sie ansprechen oder kontrollieren wollen, denn die Beamten verfügen auch immer über einen gewissen Ermessensspielraum. Missachten Sie die Anweisungen der Beamten, droht auch hier nur unnötiger Ärger. Ignorieren Sie als Radfahrer zum Beispiel ein Haltegebot, kostet Sie das nochmal 35 Euro extra. Als Autofahrer kassieren Sie zudem einen Punkt ins Flensburg und müssen 70 Euro Bußgeld bezahlen. Geben Sie der Polizei ein direktes oder indirektes Schuldeingeständnis, kann sich Ihr Bußgeld übrigens verdoppeln. Denn dann zählt Ihr Delikt als Vorsatz – und kann nicht mehr als fahrlässig ausgelegt werden. Falls Sie also angehalten und von den Beamten gefragt werden, warum Sie gestoppt wurden ist es immer am klügsten erstmal „Nein“ zu sagen und sich nicht in wilden Ausreden zu verzetteln (selbst wenn Sie genau wissen, was Sie verbockt haben). Wollen Sie ein hohes Bußgeld, ein Fahrverbot oder den Entzug Ihres Führerscheins verhindern, sollten Sie übrigens besser einen Anwalt für Verkehrsrecht einschalten. Dieser wird Ihnen sagen können, ob das Anfechten eine reelle Chance hat oder nicht.

2017 weniger Trinken? Kostenloses 14-Tage-Programm Change your Drinking hilft!

Zu Weihnachten oder Silvester mal wieder zu tief ins Glas geschaut… und dann aus Bequemlichkeit doch mit dem Auto nach Hause gefahren? Die Feiertage verlocken viele von uns wieder zum ein oder anderen Gläschen. Egal ob es noch Genuss ist oder doch schon gefährliches Trinkverhalten: In jedem Fall riskieren wir mit Alkohol am Steuer unseren Führerschein!

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2017: Ein guter Grund zum feiern… aber vielleicht auch um weniger zu trinken!

Wer dazu verleitet ist zu viel zu trinken, sollte sich allein schon seiner Gesundheit zu liebe mal auf die Finger schauen und sein Verhalten überdenken. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet einen 14-Tage-Test an. Dabei können Sie Ihren Alkoholkonsum auf den Prüfstand stellen. Vorausgesetzt natürlich, Sie beantworten alle Fragen aufrichtig. Das tolle an der Sache: Das Online-Programm ist komplett anonym, unverbindlich und einfach zu bedienen. Es kostet also auch keine große Überwindung!

Und so funktioniert es: Klicken Sie auf Change your Drinking auf der Webseite der BZgA und geben Sie zunächst Ihr Alter und Geschlecht an. Dann beantworten Sie allgemeine Fragen, zum Beispiel wie oft Sie gewöhnlich trinken. Jetzt wird es konkreter: Das Trinkverhalten der letzten Tage wird abgefragt und auch die Art des Alkohols, also ob Sie Wein, Schnaps, Bier oder andere Getränke zu sich genommen haben. Es folgen weitere Fragen, zum Beispiel ob Sie schon mal mit Alkohol im Blut zur Arbeit gegangen oder Auto gefahren sind.

Insgesamt dauert es nur etwa 5 Minuten, die Fragen zu beantworten. Danach erfährt man ein ungefähres Ergebnis. Der eigene Konsum wird in einer der drei Kategorien eingeordnet: Risikoarm, riskant oder schädlich. Das Programm bietet daraufhin an, den Alkoholkonsum über die nächsten 14 Tage zu beobachten und zu ändern. Zwei Wochen lang können Teilnehmer dazu ihr Trinkverhalten protokollieren. Als Motivation gibt es natürlich auch wertvolle Tipps und regelmäßiges Feedback.

Gedacht ist das Programm vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene. Teilnehmen kann aber natürlich jeder. Die Bundeszentrale verspricht, dass „Change your Drinking“ auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft ist und nachweislich hilft… für die guten Vorsätze im neuen Jahr ist es also genau das Richtige!

Vom Glühweinstand direkt zur MPU… winterliche Sünden im Straßenverkehr und wie sie zu vermeiden sind

Nach dem Feierabend mit den Kollegen noch einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinken… und dann werden aus einem auch schnell mal zwei. Schließlich ist es so gemütlich und gesellig – und man hat das ganze Jahr darauf gewartet, sich wieder von Weihnachtsmusik, Räucherstäbchen und Lebkuchenduft einlullen zu lassen. Im dümmsten Fall kann das aber heißen, dass Sie statt Weihnachtsgeschenken ein sattes Bußgeld erwartet. Und eine MPU im neuen Jahr.

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Wer seinen Glühwein mit gutem Gewissen genießen möchte, sollte also besser gleich den Bus oder das Taxi nehmen. Denn Glühwein ist noch ein bisschen tückischer als ein klassisches Feierabendbier oder ein Glas Wein. Durch die Wärme geht der Alkohol noch viel schneller ins Blut. Bereits ein durchschnittlicher 80-Kilo-Mann hat nach einem Becher mehr als 0,3 Promille im Blut. Eine Frau sogar um die 0,5 Promille. Wer bereits Punkte in Flensburg hat, riskiert also nicht nur seine eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer – sondern auch seinen Führerschein.

Hält Sie die Polizei nach der Weihnachtsmarkttour mit mehr als 0,5 Promillie an, droht Ihnen mindestens ein einmonatiges Fahrverbot und ein Bußgeld von 500 Euro. Weihnachtsgeschenke dürften damit in diesem Jahr also eher knapp ausfallen. Obendrauf kommen noch zwei Punkte, die erst nach fünf Jahren wieder von Ihrem Konto verschwinden. Noch kritischer wird es, wenn Sie einen Unfall bauen oder andere gefährden. Schon ab 0,3 Promille – also nach einem Glas Glühwein – können Sie dadurch Ihren Führerschein verlieren. Neben drei Punkten droht dazu ein hohes Bußgeld, theoretisch sogar eine Freiheitsstrafe.

Aber auch andere Wintersünden im Straßenverkehr können teuer werden: Sind Sie bei Frost und Glätte ohne Winterreifen unterwegs, kostet Sie das 60 Euro und Sie kassieren 1 Punkt in Flensburg. Außerdem werden Temposünden bei Schneefall und Sicht unter 50 Metern strenger geahndet als in den Sommermonaten. Wer im Schneegestöber außerorts ohne Abblendlicht unterwegs ist, kassiert zudem schnell einen weiteren Punkt in der Verkehrssünderkartei.

Keine Punkte, dafür aber Bußgeld, gibt’s für die „kleineren“ Wintersünden in Straßenverkehr: Wer zu faul ist, sein Kennzeichen von Schnee und Eis zu befreien zahlt 5 Euro. Wer sein Auto aus Bequemlichkeit erst warmlaufen lässt oder vorm Start nur ein kleines Guckloch in die Frontscheibe kratzt muss 10 Euro berappen. Und wer mit Schnee auf dem Autodach losfährt, muss mit einem Bußgeld von immerhin 25 Euro rechnen.

Also gilt spätestens jetzt im Advent: Allerhöchste Zeit das Auto winterfest zu machen und Eiskratzer, dicke Decken, Startkabel und Co einpacken. Und wenn zum Feierabend der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ansteht, lassen Sie das Auto lieber gleich stehen und suchen sich einen Chauffeur.