Fünf Jahre neues Punktsystem – (k)ein Grund zum feiern

Das neue Punktesystem in Flensburg feiert den ersten runden Geburtstag! Seit fünf Jahren gilt: Der Führerschein ist nicht erst bei 18, sondern bereits bei 8 Punkten weg. Dafür wurde das System vereinfacht, die Punkte für die jeweiligen Delikte neu bestimmt und Abbaufristen neu festgelegt. Auch das sogenannte Fahreignungsseminar zum Punkteabbau, kurz FES, wurde reformiert.

Doch was hat das effektiv gebracht?

Punktesystem_5-Jahres-Bilanz

Seit fünf Jahren werden Delikte in der Verkehrssünderdatei nach neuen Maßstäben bewertet.

Einiges …sagt der ADAC und zieht in seinem Magazin Motorwelt eine erste positive Bilanz.

Unterm Strich gibt es laut Deutschlands größtem Automobilclub weniger Verkehrssünder. Das führen Experten vor allem auf die Warnhinweise zurück, die Punktesündern mit den unliebsamen Briefen aus Flensburg ins Haus flattern. Bei 1-3 Punkten gibt es eine Vormerkung, ab 4 Punkten eine Ermahnung und ab 6 Punkten eine Verwarnung. Und natürlich weißt die Behörde darauf hin, dass bei 8 erreichten Punkten die Fahrerlaubnis weg ist und eine MPU droht. Dieser Appell an die Fahrer scheint bei vielen Wirkung zu zeigen und Sie ändern laut ADAC ihr Fahrverhalten. Genaue Zahlen nennt der Club allerdings nicht – und auch vom Bundesverkehrsministerium gibt es noch kein offizielles Fazit.

Ausbaufähig …sagen dagegen die Verkehrswissenschaftler, die sich jährlich zum Verkehrsgerichtstag in Goslar treffen.

Das neue Punktesystem sei wesentlich einfacher und für die Bürger deutlich besser verständlich als das alte. Konkrete positive Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit lassen sich laut den Experten aber (noch) nicht erkennen. Deshalb empfehlen sie dem Gesetzgeber beim Punktesystem nochmal nachzubessern. Zum Beispiel sollen die Hürden für das FES gesenkt und Teilnehmer mehr belohnt werden: Statt wie bisher nur 1 Punkt, soll es einen Abbau von bis zu 2 Punkten geben. Zudem soll der Abzug auch bei einem Punktestand von 6 oder 7 Punkten ermöglicht werden. Bislang ist der Abbau nur bei einem Stand von bis zu 5 Punkten möglich.

Und was zeigt die Erfahrung, die wir am IPBB machen?

Unser Team wünscht sich vor allem noch mehr Transparenz und deutlichere Hinweise seitens der Behörden. Zum Beispiel werden wir immer wieder nach den komplizierten Regeln der Verfallsfristen gefragt. Außerdem rufen uns immer wieder Autofahrer an, die dringend einen Punkt abbauen möchten, aber nicht mehr können. Zu ihrer großen Überraschung müssen wir ihnen mitteilen, dass sie mit 6 oder 7 Punkten bereits zu viele Punkte haben. Das ist schade – denn wer für das FES keinen Punktabzug mehr erhält, meldet sich meist gar nicht erst an und kann dann auch nichts Wertvolles lernen. Der Grund für das böse Erwachen ist immer wieder derselbe: Die Anrufer überlesen schlicht die Warnhinweise, wenn sie aus Flensburg Post erhalten. Diese können also gar nicht fett genug gedruckt sein. Sie müssen noch klarer formuliert werden und gehören direkt auf die erste Seite!

Also: Besser frühzeitig informieren und Frust vorbeugen! Schon ab 3 Punkten in Flensburg lohnt sich das FES… Nähere Infos erhalten Sie hier auf unserer Webseite – oder rufen Sie einfach an. Das IPBB-Team beantwortet gerne Ihre Fragen.

Unser Beitrag zum Tempolimit im NDR

Diskussion um das Ende des Tempolimits auf der A7 zwischen Bordesholm und Hamburg. Nach Jahren der Bauarbeiten soll hier statt 120km/h bald wieder freie Fahrt gelten. Doch nicht jeder findet das gut… Unser Statement aus psychologischer Sicht gab’s am 06.05.2019 um 18:00 Uhr im NDR sowie im Schleswig-Holstein Magazin. Zum Beitrag geht es hier.

NDR-Beitrag_Tempolimit_Psychologie

IPBB-Chefin Hadassah Aschoff im NDR-Interview (Screenshot Mediathek)

Neu in SH: Zu Verkehrsdelikten online Stellung nehmen

Sie wurden geblitzt, sind aber felsenfest davon überzeugt: Das ging so nicht in Ordnung? Es gibt Ärger mit den Behörden oder der Polizei? Dann haben Sie ab sofort die Möglichkeit, Stellung zum Sachverhalt zu beziehen. Und das ganz bequem vom Computer oder Smartphone aus!

Anhöring_Verkehrsdelikt_SH

Neu im Serviceportal des Landes Schleswig-Holstein!

Möglich macht es ein neues digitales Verfahren, dass die IT-Firma Dataport aus Altenholz extra für das Land Schleswig-Holstein und für Hamburg eingerichtet hat. Im Onlineportal „Polizei Anhörung Verkehr“ können sich betroffene Autofahrer zum Beispiel die von ihnen aufgezeichneten Blitzerfotos ansehen. Aber auch anderes „Beweismaterial“ kann per Mausklick beim Landespolizeiamt abgerufen werden.

Doch noch viel wichtiger: Verkehrsteilnehmer können sich auch zu den ihnen zur Last gelegten Delikten äußern. Dafür benötigen sie zum Login lediglich das jeweilige Aktenzeichen, das z.B. per Bußgeldbescheid mit der Post kommt. Für die allgemeine Benutzerfreundlichkeit findet man im Portal zudem eine Bedienungsanleitung und FAQs.

In naher Zukunft wird das Verkehrsportal zusätzlich mit einem digitalen Bezahlsystem ausgestattet. Damit soll das Zahlen von Bußgeldern noch einfacher – und nicht zuletzt eine Menge Papier gespart und die Umwelt geschont werden.

Neugierig geworden? Hier geht’s zum Meldeportal für alle, die Ihr Fahrzeug in Schleswig-Holstein gemeldet haben: service.schleswig-holstein.de

Quelle: dataport.de (Nachricht vom 17.10.2018)

ACV fordert Pflicht-Sehtest für alle Führerscheinbesitzer

Ein Busfahrer, der täglich die Verantwortung für hunderte Menschen trägt, muss zum Erhalt seiner Fahrerlaubnis immer wieder regelmäßig Sehtests absolvieren. Und auch ein LKW-Fahrer, der Güter quer durch Europa karrt, muss alle fünf Jahre seine Augen checken lassen. Mit Erreichen des 50. Lebensjahres kommen dann oft noch Gutachten zur körperlichen Belastbarkeit dazu. Die Fähigkeit, aufmerksam zu sein, sich zu konzentrieren und in angemessener Zeit zu reagieren… all dies kommt auf dem Prüfstand. Ein Rentner, der schon seit Jahrzehnten den Führerschein hat, wird dagegen nicht überprüft. Dabei steigt das Unfallrisiko bei den über 75-Jährigen deutlich. Das ist nicht konsequent, mahnt jetzt der Automobil-Club Verkehr. Der ACV fordert deshalb verpflichtende Augenuntersuchungen für alle Autofahrer im fortgeschrittenen Alter.

pflichtsehtest_fuhrerschein_senioren

Davon sind wir alle betroffen: Nachlassende Sehstärke im Alter

So argumentiert der ACV weiter: Die Sehkraft der Augen lässt im Alter eindeutig nach. So kann die Trübung der Linse zum Beispiel dazu führen, dass ältere Autofahrer bei Dunkelheit und Dämmerung noch stärker von Scheinwerfern entgegenkommender Fahrzeuge geblendet werden. Das sei ein Risiko. Doch wer einmal in der Bundesrepublik seinen „Lappen“ hat, muss zeitlebens nicht mehr zum Augentest. Zumindest nicht, solange er unfallfrei fährt. Der Club sieht hierbei andere EU-Länder als Vorbild: In Dänemark und den Niederlanden gibt es bereits verpflichtende Augenuntersuchungen. In der Schweiz, Italien und Spanien müssen Führerscheinbesitzer ab einem gewissen Alter zu Gesundheitschecks.

Daher die konkrete Forderung des ACV: Mit 70 Jahren muss jeder Führerscheinbesitzer zum Sehtest – unabhängig davon ob er bislang unfallfrei gefahren ist oder nicht. Diese Tests sollten wenigstens alle fünf Jahre wiederholt werden. Das Thema „Sehtests im Alter“ will der Club in dieser Woche außerdem beim Verkehrsgerichtstag in Goslar diskutieren. Dort steht in diesem Jahr der Punkt Senioren im Straßenverkehr – Risiko für sich selbst und andere? auf der Agenda. Experten aus Wissenschaft und Automobilbranche diskutieren ab Mittwoch zudem auch Themen wie die Sicherheit im Radverkehr, Verkehrsüberwachung durch die Polizei, sowie die Folgen des VW-Abgasskandals.

Erfahren Sie Ihren Punktestand in Flensburg jetzt auch online!

Lange Zeit gab es aus datenschutzrechtlichen Gründen nur zwei Wege den persönlichen Punktestand im Flensburger Register zu erfahren: Entweder man füllte ein Formular aus und brachte es im altmodischen Briefumschlag zur Post… oder man war zufällig in Flensburg und konnte sich die Auskunft persönlich bei der Behörde holen.

Jetzt geht Flensburg mit der Zeit und bietet den Service auch Online an. Allerdings ist der digitale Weg nicht ganz so bequem wie vermutet. Die Auskunft gibt es nur unter speziellen Voraussetzungen.

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Der Besucherpavillon in Flensburg (Quelle: KBA)

Für die Onlineabfrage benötigen Sie neben einem Computer auch ein spezielles Kartenlesegerät – das gibt’s zwar in jedem Elektrofachmarkt und natürlich in zahllosen Onlineshops… dennoch handelt es sich hier um einen Gegenstand, den nicht jeder zu Hause haben dürfte! Weitere Voraussetzung ist die AusweisApp, die auf dem PC installiert sein muss. Zudem müssen Sie einen Personalausweis im Scheckkartenformat besitzen, damit Sie diesen durch den Kartenleser identifizieren lassen können… Auch die Online-Ausweisfunktion Ihres Dokuments muss aktiviert sein.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, müssen Sie auf der Webseite des KBA Ihre persönlichen Daten eingeben. Anschließend legen Sie den Ausweis auf das Kartenlesegerät und geben Ihre Daten via App und Eingabe einer PIN frei. Nach Eingabe weiterer Informationen erhalten Sie direkt Ihr Ergebnis: Den Punktestand in Flensburg, den Sie als pdf-Datei herunterladen und für Ihre Akten ausdrucken oder speichern können. Eine Mehrfach-Abfrage an ein und demselben Tag ist übrigens nicht möglich.

Unser Fazit: Dass wir unsere Punkte in Flensburg jetzt auch Online abfragen können ist eine klasse Sache – wer allerdings noch keinen Kartenleser zu Hause hat, fragt sich zu Recht, ob er extra 20-30 Euro für das Gerät bezahlt, nur um an die Punkteinfo zu kommen! 60 Cent für eine Briefmarke und ein kurzer Gang zum Briefkasten sind dann vielleicht doch der sinnvollere Weg.