Neu in SH: Zu Verkehrsdelikten online Stellung nehmen

Sie wurden geblitzt, sind aber felsenfest davon überzeugt: Das ging so nicht in Ordnung? Es gibt Ärger mit den Behörden oder der Polizei? Dann haben Sie ab sofort die Möglichkeit, Stellung zum Sachverhalt zu beziehen. Und das ganz bequem vom Computer oder Smartphone aus!

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Neu im Serviceportal des Landes Schleswig-Holstein!

Möglich macht es ein neues digitales Verfahren, dass die IT-Firma Dataport aus Altenholz extra für das Land Schleswig-Holstein und für Hamburg eingerichtet hat. Im Onlineportal „Polizei Anhörung Verkehr“ können sich betroffene Autofahrer zum Beispiel die von ihnen aufgezeichneten Blitzerfotos ansehen. Aber auch anderes „Beweismaterial“ kann per Mausklick beim Landespolizeiamt abgerufen werden.

Doch noch viel wichtiger: Verkehrsteilnehmer können sich auch zu den ihnen zur Last gelegten Delikten äußern. Dafür benötigen sie zum Login lediglich das jeweilige Aktenzeichen, das z.B. per Bußgeldbescheid mit der Post kommt. Für die allgemeine Benutzerfreundlichkeit findet man im Portal zudem eine Bedienungsanleitung und FAQs.

In naher Zukunft wird das Verkehrsportal zusätzlich mit einem digitalen Bezahlsystem ausgestattet. Damit soll das Zahlen von Bußgeldern noch einfacher – und nicht zuletzt eine Menge Papier gespart und die Umwelt geschont werden.

Neugierig geworden? Hier geht’s zum Meldeportal für alle, die Ihr Fahrzeug in Schleswig-Holstein gemeldet haben: service.schleswig-holstein.de

Quelle: dataport.de (Nachricht vom 17.10.2018)

Je höher das Einkommen, desto saftiger das Bußgeld: Rasen und Drängeln soll deutlich teurer werden

Wer auf den Straßen rast und drängelt muss bald deutlich tiefer in die Tasche greifen: Die Bußgelder für Tempo- und Verkehrssünder sollen stark erhöht werden. 1.000 Euro und mehr wären dann durchaus drin. Das planen nach einem Medienbericht die Innenminister von Bund und Ländern.

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Temposünder werden noch stärker zur Kasse gebeten

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland schreibt, werden vor allem diejenigen Verkehrswidrigkeiten deutlich stärker bestraft, bei denen Dritte gefährdet werden. Das betrifft jegliche Art von Raserei, aber auch das Drängeln und Fahren mit zu geringem Abstand zum Vordermann. Zudem sollen künftig auch alle Autofahrer mehr bezahlen, die bei Stau keine korrekte Rettungsgasse bilden und damit Notarzt und Rettungskräfte am Durchkommen hindern.

Und auch das ist neu: Die Bußgelder könnten künftig vom Einkommen der Verkehrssünder gemacht werden. Die SPD-Innenminister fordern jedenfalls, dass zum Beispiel ein Arzt deutlich mehr zahlt als seine Sprechstundenhilfe. Oder ein Unternehmer mehr als ein Azubi. Indem sich die Bußgelder dem jeweiligen Geldbeutel anpassen, sollen sie sozial gerechter werden. Wenig begeistert von dieser Forderung sind dagegen die Innenminister der Union. Sie sprechen von einer zusätzlichen Steuer für Reiche „durch die Hintertür“ und lehnen den Vorschlag der Sozialdemokraten bislang ab.

Die maximalen Bußgelder für Temposünder liegen aktuell bei mehreren hundert Euro: Bis zu 680 Euro zahlt, wer mit mehr als 70km/h durch Ortschaften rast. Bis zu 600 Euro kann es außerorts kosten. Drängler erwarten Bußgelder von bis zu 400 Euro. Dazu kommen jeweils noch 2 Flensburg-Punkte – und natürlich auch das Risiko zwecks zu vieler Punkte die Fahrerlaubnis zu verlieren und zur MPU zu müssen.

In der Politik sind die Rufe nach härteren Strafen für Raser in den letzten Monaten immer lauter geworden. Vor allem vorm Hintergrund zahlreicher tödlicher Autorennen. Allerdings bezweifelt die Mehrheit der Deutschen, dass höhere Bußgelder die Temposünder aufhalten. Und auch nur 40% der Bundebürger sind laut einer Umfrage des ARD Morgenmagazins der Meinung, dass drohendes Gefängnis und Führerscheinentzug die Teilnehmer von illegalen Autorennen abschrecken.