Wieder mehr Unfälle und Tote auf Schleswig-Holsteins Straßen

Die Zahl der Verkehrsunfälle auf unseren Straßen ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Auch gibt es wieder mehr Verkehrstote zu beklagen. Deshalb mahnt Innenminister Studt alle Verkehrsteilnehmer zu mehr Achtsamkeit und Rücksichtnahme. In seiner aktuellen Pressemitteilung fordert der Minister:

Verhalten Sie sich so, wie Sie von anderen erwarten, dass sie sich verhalten, um ihre eigene Sicherheit nicht zu gefährden!

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2017 wird auf Schleswig-Holsteins Straßen noch stärker kontrolliert

Zu den konkreten Zahlen: 2016 gab es im Vergleich zum Vorjahr 2,4 Prozent mehr Unfälle in Schleswig-Holstein. Außerdem stiegt die Zahl der tödlich verletzten Personen um 7 auf insgesamt 114 Verkehrstote. Insgesamt ist diese Entwicklung laut Ministerium aber nicht verwunderlich: Immer mehr Fahrzeuge werden hierzulande zugelassen – und damit steigt natürlich nicht nur die Verkehrsdichte, sondern auch das Unfallrisiko.

Was führt zu Unfällen?

  • am häufigsten missachten Verkehrsteilnehmer die Vorfahrt oder machen einen Fehler beim Abbiegen
  • an zweiter Stelle folgen Unfälle aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit und Raserei
  • immer mehr Unfälle sind zudem Folge unerlaubter Handynutzung. Hier verzeichnet die Landespolizei einen beachtlichen Anstieg: Mehr als 11.000 Fahrzeugführer hat sie im vergangenen Jahr beim SMS-Tippen oder Telefonieren erwischt. Das ist ein Anstieg von mehr als 24 Prozent!

Alkohol-Unfälle: In jedem dritten Fall höchst gefährlich oder tödlich

Erschreckend ist die Statistik auch im Bereich Alkohol und Drogen. Bei fast jedem zweiten Unfall, der unter Einfluss von Alkohol oder Rauschmitteln verursacht wird, wird ein Mensch verletzt. Bei jedem dritten Unfall gibt es sogar schwere oder tödliche Verletzungen. Zwar hat die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss in den letzten Jahren deutlich abgenommen, dafür ist allerdings die Zahl der auf Drogen zurückzuführenden Unglücke gestiegen.

Die allgemeine Entwicklung hat natürlich Konsequenzen: Die Landespolizei wird 2017 noch deutlich stärker kontrollieren – vor allem mit Fokus auf Raserei und Handynutzung. Durch eine Anpassung der Straßenverkehrsordnung wird außerdem das Handy-Tippen und Telefonieren künftig mit deutlich höheren Bußgeldern geahndet.

Tendenz zur Flucht

Und noch etwas interessantes zeigt die Verkehrsstatistik, immer öfter flüchten Beteiligte nach einem Unfall vom Unglücksort. Hier gibt es einen klaren Negativ-Trend: Die Zahl der Unfallfluchten in Schleswig-Holstein ist seit 2006 um fast 23 Prozent gestiegen. Doch auch hier reagiert die Polizei, indem sie ein neues Verfahren zur Spurensicherung entwickelt. Mit diesem kann sie Spuren an Fahrzeugen künftig noch schneller sichern, auswerten und mutmaßliche Unfallflüchtige leichter ausfindig machen.

Es gibt auch Positives zu berichten…

So ist zum Beispiel die Zahl der verunglückten Motorradfahrer auf unseren Straßen weiter zurückgegangen. Hier gibt es immer weniger Verletzte und Tote zu verzeichnen.

Null Punkte und Einladung zur MPU: Falschparken macht‘s möglich!

Unglaubliche 83 Knöllchen hat ein unbelehrbarer Autofahrer in Berlin gesammelt. Daraufhin entzieht ihm das zuständige Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten die Fahrerlaubnis… und das, obwohl keines der Knöllchen einen Punkt im Flensburger Punkteregister nach sich gezogen hat. Mit Recht – urteilt das Berliner Verwaltungsgericht.

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Auch kleine Parksünden bestraft der Verkehrsrichter… wenn sie sich häufen!

Und so kam es zu dem kuriosen Fall:

Innerhalb von zwei Jahren ignoriert der Betroffene sämtliche Parkvorschriften. Insgesamt begeht er stolze 88 Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr, davon sind 83 Parksünden. Im Schnitt stellt der Autofahrer den auf ihn zugelassenen Wagen also jeden neunten Tag falsch ab! Obwohl er dafür keine Flensburg-Punkte bekommt, fordert die Behörde den Autohalter auf, ein positives MPU-Gutachten vorzulegen. Sie zweifelt an seiner Fahreignung, da der Mann hartnäckig die einfachsten Vorschriften in der Straßenverkehrsordnung missachtet. Und als der Mann die Frist verstreichen lässt, zieht ein Sachbearbeiter die Reißleine: Der Mann verliert die Fahrerlaubnis und muss den Führerschein abgeben.

Für die Entscheidung der Behörde gab es daraufhin auch den juristischen Segen. Eine Fahrerlaubnis kann nicht nur bei Eintragungen im Flensburg-Register entzogen werden, sondern auch, wenn sich ein Fahrzeughalter aus anderen Gründen als ungeeignet erwiesen hat, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Der Betroffene sei offenbar gar nicht willens, die Ordnungsvorschriften einzuhalten. Zudem hat er zugelassen, dass auch andere Nutzer sein Fahrzeug chronisch falsch parken. Der Berliner hatte nämlich angegeben, dass viele der Parksünden eigentlich auf das Konto seiner Frau gehen. Doch diese Ausflucht bringt ihm nichts. Das Gericht sieht auch hier eine extreme Nachlässigkeit. Als Autohalter hat der Mann dafür zu sorgen, dass sich auch andere Nutzer mit seinem Wagen korrekt verhalten. Seine Aufgabe wäre es gewesen, seine Frau zum korrekten Parken aufzufordern. Dem ist er aber nicht nachgekommen.

Sein Führerschein ist also erstmal weg. Dem Parksünder bleibt jetzt nur noch die Möglichkeit eine Instanz höher zu ziehen. Dann bekommt das Oberverwaltunsgericht den Fall auf den Tisch.