Führerschein zurück ohne MPU – Frei nach dem Motto „kauf Dir einen“?

Es passiert schneller, als man denkt – und schon ist der Führerschein weg. Und nicht nur das: Um den geliebten „Lappen“ wieder zu bekommen, muss man in der Regel auch noch eine MPU über sich ergehen lassen und – oh Schreck! – bestehen.

Was tun? Gibt es nicht einen Weg, um die MPU herumzukommen?

Tatsächlich soll es sie geben. Zumindest werben viele Anbieter mit einem schnellen und einfachen Weg, den Führerschein zurück zu bekommen. Ganz ohne MPU.

Wie das?

Es wird damit geworben, dass es ganz einfach ist: Es müsse nur ein Wohnsitz im Ausland angemeldet und der Führerschein sodann angefordert werden. Dieser wäre dann vollkommen legitim. Egal, ob ihm der Führerschein zuvor in Deutschland wegen Alkohol am Steuer, Punkte o.ä. abgenommen wurde. Den Verwaltungsakt würden diese Anbieter dann übernehmen. Alles gar kein Problem, dank dem Phänomen „Führerschein-Tourismus“.

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Aber ist das auch so?

Kurz gesagt: Nein.

Bis Ende 2008 war dieses Verfahren tatsächlich relativ problemlos möglich.
Dann wurde diesem Vorgehen jedoch Anfang 2009 ein deutlicher Riegel vorgeschoben. Und zwar mit § 28 Abs. 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) die besagt, dass eine Fahrerlaubnis aus dem Ausland ungültig ist, wenn der Besitzer nicht mindestens 185 Tage dort einen Wohnsitz besessen hat UND (Achtung!) wenn während der Ausstellung noch eine Sperrfrist in Deutschland gültig war.

Dennoch bewerben noch heute einige dubiose Anbieter diese Möglichkeit, mit wenig Aufwand, dafür aber nicht gerade wenig Geld, einen ausländischen Führerschein zu erhalten. Aber egal, was diese „Dienstleister“ anpreisen: Diese Masche ist schon lange nicht mehr möglich!

Und nicht nur das: Wer dennoch mit einem solchen ausländischen EU-Führerschein unterwegs ist, obwohl gegen ihn eine Sperrfrist verhängt wurde, der macht sich strafbar mit dem Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Das bedeutet nicht nur hohe Geldstrafen, sondern kann sogar je nach Fall mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet werden!

Geld besser besser anlegen 😉

Also sparen Sie sich das Geld für einen ohnehin ungültigen Auslandsführerschein und investieren sie dies lieber in eine gründliche Vorbereitung auf die MPU.

Hierbei helfen wir natürlich gerne mit unserem Rund-um-Service in allen Bereichen, welche die Vorbereitung auf die MPU umfasst.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

Fünf Jahre neues Punktsystem – (k)ein Grund zum feiern

Das neue Punktesystem in Flensburg feiert den ersten runden Geburtstag! Seit fünf Jahren gilt: Der Führerschein ist nicht erst bei 18, sondern bereits bei 8 Punkten weg. Dafür wurde das System vereinfacht, die Punkte für die jeweiligen Delikte neu bestimmt und Abbaufristen neu festgelegt. Auch das sogenannte Fahreignungsseminar zum Punkteabbau, kurz FES, wurde reformiert.

Doch was hat das effektiv gebracht?

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Seit fünf Jahren werden Delikte in der Verkehrssünderdatei nach neuen Maßstäben bewertet.

Einiges …sagt der ADAC und zieht in seinem Magazin Motorwelt eine erste positive Bilanz.

Unterm Strich gibt es laut Deutschlands größtem Automobilclub weniger Verkehrssünder. Das führen Experten vor allem auf die Warnhinweise zurück, die Punktesündern mit den unliebsamen Briefen aus Flensburg ins Haus flattern. Bei 1-3 Punkten gibt es eine Vormerkung, ab 4 Punkten eine Ermahnung und ab 6 Punkten eine Verwarnung. Und natürlich weißt die Behörde darauf hin, dass bei 8 erreichten Punkten die Fahrerlaubnis weg ist und eine MPU droht. Dieser Appell an die Fahrer scheint bei vielen Wirkung zu zeigen und Sie ändern laut ADAC ihr Fahrverhalten. Genaue Zahlen nennt der Club allerdings nicht – und auch vom Bundesverkehrsministerium gibt es noch kein offizielles Fazit.

Ausbaufähig …sagen dagegen die Verkehrswissenschaftler, die sich jährlich zum Verkehrsgerichtstag in Goslar treffen.

Das neue Punktesystem sei wesentlich einfacher und für die Bürger deutlich besser verständlich als das alte. Konkrete positive Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit lassen sich laut den Experten aber (noch) nicht erkennen. Deshalb empfehlen sie dem Gesetzgeber beim Punktesystem nochmal nachzubessern. Zum Beispiel sollen die Hürden für das FES gesenkt und Teilnehmer mehr belohnt werden: Statt wie bisher nur 1 Punkt, soll es einen Abbau von bis zu 2 Punkten geben. Zudem soll der Abzug auch bei einem Punktestand von 6 oder 7 Punkten ermöglicht werden. Bislang ist der Abbau nur bei einem Stand von bis zu 5 Punkten möglich.

Und was zeigt die Erfahrung, die wir am IPBB machen?

Unser Team wünscht sich vor allem noch mehr Transparenz und deutlichere Hinweise seitens der Behörden. Zum Beispiel werden wir immer wieder nach den komplizierten Regeln der Verfallsfristen gefragt. Außerdem rufen uns immer wieder Autofahrer an, die dringend einen Punkt abbauen möchten, aber nicht mehr können. Zu ihrer großen Überraschung müssen wir ihnen mitteilen, dass sie mit 6 oder 7 Punkten bereits zu viele Punkte haben. Das ist schade – denn wer für das FES keinen Punktabzug mehr erhält, meldet sich meist gar nicht erst an und kann dann auch nichts Wertvolles lernen. Der Grund für das böse Erwachen ist immer wieder derselbe: Die Anrufer überlesen schlicht die Warnhinweise, wenn sie aus Flensburg Post erhalten. Diese können also gar nicht fett genug gedruckt sein. Sie müssen noch klarer formuliert werden und gehören direkt auf die erste Seite!

Also: Besser frühzeitig informieren und Frust vorbeugen! Schon ab 3 Punkten in Flensburg lohnt sich das FES… Nähere Infos erhalten Sie hier auf unserer Webseite – oder rufen Sie einfach an. Das IPBB-Team beantwortet gerne Ihre Fragen.